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Franz Keller: „Sogar im Vergleich zu Weltflughäfen wie in Paris, Miami oder New York hat der Frankfurter Flughafen meiner Meinung nach noch viel mehr zu bieten.“

Foto: Westend Verlag GmbH

Ob beruflich oder privat − für viele Menschen gehören Flugreisen einfach dazu. Wir haben Persönlichkeiten aus der Region über das Fliegen und den Flughafen gefragt. Hier antwortet Franz Keller, renommierter Sternekoch und Bestsellerautor:

Herr Keller, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Flug?

Aber ja, und zwar war das ein Flug von Paris nach Berlin mit einer Caravelle der Air France im Jahre 1973. Damals bin ich mit ganzen 240 Kilogramm gereist – im Gepäck lauter Küchenwaren. Im Hotel Berlin im damaligen West-Berlin fanden die sogenannten Lyoner Küchenwochen statt, bei denen ich zusammen mit Paul Bocuse französische Köstlichkeiten zubereitete.

Wohin sind Sie von Frankfurt aus das letzte Mal geflogen?

Zuletzt war ich in Lissabon, Portugal – eine unglaubliche Stadt, romantisch, voller Flair und trotzdem jugendlich. Ich bin jemand, der ständig Action braucht und nie länger als drei Tage in ein und demselben Hotel nächtigen kann. Darum ist Reisen für mich nicht nur Urlaub, sondern immer auch Abenteuer. Ich will Neues entdecken und bloß nicht stillsitzen.

Ihr Lieblingsort auf der Welt, den Sie schon gesehen haben?

Ganz klar: Venedig! Eine Stadt wie ein lebendes Geschichtsbuch. Ich bin immer wieder ergriffen davon, wie sich all die Geschichten, die ich schon über dieses Juwel gelesen habe, im Stadtbild tatsächlich wiederfinden. Dieses Fleckchen ist einzigartig und hat mich schon vor Jahren begeistert. Inzwischen habe ich hier viele Freunde, bei denen ich unterkommen kann. Ich schlendere dann durch die Gässchen, kaufe auf dem Markt ein und koche am Abend, was mir so in den Sinn kommt. Am liebsten gehe ich am späten Abend raus. Dann sind die Touristen ausgeflogen und in den studentischen Teilen der Stadt kann man einen herrlichen Abend verbringen.

Ihr Lieblingsziel, an dem Sie noch nie gewesen sind?

Ich muss unbedingt mal nach Japan. Schon zwei Mal musste ich Tickets verfallen lassen, weil ich so viel zu tun hatte. Um in so ein spannendes Land zu reisen, muss man viel Zeit einplanen. Außerdem möchte ich kein Touristenprogramm machen, wo ich mit dem Bus vom einen Hotspot zum nächsten gefahren werde. Ich möchte das Land von innen kennenlernen – so habe ich die Welt bisher immer erleben können. Ich muss wohl noch ein paar Japaner kennenlernen, die mir ihre Heimat in voller Pracht zeigen.

Was mögen Sie am Frankfurter Flughafen besonders?

Früher habe ich es gehasst, dass man Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein musste und empfand dies als ungemeine Zeitverschwendung. Heute sehe ich das ganz anders, es ist fast eine Passion geworden, mich besonders früh zum Airport bringen zu lassen, damit ich die Zeit am Flughafen ganz entspannt nutzen kann. Ich bin immer wieder erstaunt, was es dort alles zu essen, zu gucken und zu shoppen gibt. Das ist enorm. Sogar im Vergleich zu Weltflughäfen wie in Paris, Miami oder New York hat der Frankfurter Flughafen meiner Meinung nach noch viel mehr zu bieten.

Was mögen Sie am Airport nicht?

Kurzfristig abgesagte Flüge – wobei das nicht am Flughafen selbst liegt. Aber die langen Wege, wenn man nachts in Frankfurt landet, können einen echt müde machen. Und die Parkplatzgebühren – die sind wirklich unverhältnismäßig!

Ist der Flughafen Frankfurt für Sie persönlich wichtig, und warum?

Ich war schon mein ganzes Leben viel in der Welt unterwegs. Darum ist der Flughafen für mich wahnsinnig wichtig; vor allem auch, weil es ein so unheimlich schnelles Reisemittel ist. Und wir wissen alle: Tempo ist alles. Mal eben drei Tage nach New York fliegen, wäre ohne den Flugverkehr niemals möglich. Aber auch für Kurzurlaube und Geschäftsreisende ist es ein absoluter Vorteil. Wir haben natürlich auch besonders Glück, dass der Flughafen Frankfurt so nah liegt.

Mit wem auf dem Flughafen würden Sie gern einmal tauschen?

Zum Beispiel mit einem Gastronom: Sie haben feste Arbeitszeiten und keine Leerläufe im Restaurantbetrieb. Das unterscheidet sich stark von meinem Alltag, das würde ich gerne auch mal ausprobieren.

Wem würden Sie gern einmal begegnen?

Am Flughafen bin ich tatsächlich schon sehr vielen Stammgästen begegnet – einfach aus Zufall. Viele Freunde und Bekannte, die ich ewig lange nicht gesehen habe, sind mir dort in die Arme gelaufen. Als Gastronom kennt man zwar auch Gott und die Welt, aber trotzdem erstaunlich! Man kann schon sagen, der Flughafen ist ein Ort der Begegnungen.

Welche drei Gegenstände nehmen Sie immer mit in den Flieger?

Ein Nackenkissen, egal wohin, mit wem und wie lange der Flug dauert. Mein eigenes Essen. Ich bin, was das angeht, etwas speziell. Ich nenne das immer meine „eiserne Ration“. Zu guter Letzt immer ein wenig Arbeit. Wenn ich zum Beispiel etwas schreiben will, nehme ich das mit in den Flieger. Über den Wolken kann ich dann besonders gut arbeiten.